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Die Geschichte vom ASEAG 381 |
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Foto: Bernhard Terjung |
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Eines der Bewegtesten Geschichten hat wohl der ASEAG Gelenkbus 381 zu erzählen. Obwohl er eigentlich mit der Pechzahl 13 belegt wurde, er war der 13. MAN Gelenkbus der ASEAG, hatte er ein deutlich längere Leben als alle Anderen seiner Serie.
Das am 24.01.1974 gelieferte Fahrzeug wurde in Penzberg bei Starnberg im damaligen MAN Werk gebaut und kam als 13. Fahrzeug der neuen Fahrzeuggeneration nach Aachen. Diese Serie wurde als Ersatz für die gerade eingestellte Straßenbahn beschafft. Nach seiner Einsatzzeit von 12 Jahren wurde das Fahrzeug schließlich am 16.07.1986 mit 600779km auf dem Tachometer außer Dienst gestellt.
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ASEAG 381 mit Kaiserbrunnen Werbung bei der Ausfahrt aus dem Betriebshof der ASEAG im Jahre 1983 |
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Auf Reise
Nach ein paar Wochen wurde das Fahrzeug dann gründlich von der ASEAG- Werkstatt untersucht und auf eine lange Reise nach England geschickt. Am 30.09.86 trat der Gelenkbus mit Halbautomatik dann seine Reise in Richtung England an. Ein ASEAG- Fahrer, Nigel Brewster und ein Werkstattmitarbeiter, Fritz Müller, lenkten den Bus sicher über Lichtenbusch nach Zeebrügge, wo es dann mit der Fähre weiter nach England ging. Im englischen Hull traf der Bus dann auf der Insel ein, wo er anschließend noch die letzte Strecke nach Halifax zurücklegte. Dort fand dann auch am 03. Oktober 1986 die offizielle Schlüsselübergabe an Herr Graham Mitchell im Rathaus von Halifax, um sein Bussammelung zu ergänzen, statt. Er fand im West-Yorkshire Transport Museum in Bradford platz. Dort erhielt er übrigens die Zulassung ANW 196M und die englische Typenbezeichnung AB52T (Articulated Bus 52 Sitze/ T= 3 Türig). Im Besitz von Herr Mitchell, war der Wagen regelmäßig bei Oldtimer Rallyes wie London –Brighton, Bradford-Manchester zu sehen. Er wurde entweder als Teilnehmer oder auch als „Rollende Leitstelle“ benutzt.
Dann kam das Aus für 381. Die Politiker beschlossen, das alte Museum in einem ehemalige O Bus Betriebshof der Stadt Bradford zu schließen, und in ein neues, aber viel kleineres außerhalb der Stadt zu ziehen, das extra dafür gebaut wurde. Unser Lieblingsstück war aber viel zu Groß und durfte nicht dort untergebracht werden. Leider reichten die finanziellen Mittel des Herr Mitchell nicht sehr lange aus. Er fand nirgendwo ein Unterstellplatz für den ASEAG 381, der mittlerweile drohte auf einem Bauernhof in den Yorkshire-Bergen wegen Geldmangels zu verrosten. Mit Zustimmung der ASEAG musste sich Herr Mitchell von dem Wagen trennen.
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Auf diesem Bild sieht man den ex 381 im Busdepot von Yorkshire. Auf dem ersten Fenster sieht man noch das Schild des West-Yorkshire Transport Museum. Deutlich zu erkennen ist schon der Grundierungsanstrich der Frontklappe und der Seitenwände.
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Das dritte Leben
Da die ASEAG leider keinen Museumsbus haben wollte, wurde der Bus an einen Kirchlichen Verband in Schottische Aberdeen verschenkt, die ihn für Hilfstransporte nach Tschernobyl nutzen wollte. Zunächst einmal musste das Fahrzeug allerdings wieder fahrfähig gemacht werden, da er nicht mehr aus eigener Kraft vorankam. Mit Hilfe des britischen Militärs wurde das Fahrzeug nun zu einer Werkstatt gebracht und repariert. Dann ging es mit seiner Laufbahn weiter. In Sheffield wurde der Bus mit Hilfsgütern und Medikamenten beladen und mit einem Werkstattwagen des Militärs nach Schottland gebracht. Dort erhielt der Gelenkbus eine Neulackierung im unteren Bereich und eine neue TÜV Abnahme, die er seit einem Jahr nicht mehr hatte. Von dort aus trat er seine erste Fahrt nach Tschernobyl an, die er mit der Verladung auf die Fähre nach Norwegen begann. Weiter ging es dann über das Festland über Schweden und Finnland zur russischen Grenze. Die mehrere Tausend Kilometer schaffte der Bus die ganze Strecke aus eigener Kraft. In Tschernobyl angekommen wurden die Hilfsgüter dann direkt an die bedürftigen Krankenhäuser verteilt. |
Bei der Rückfahrt wurden dann noch Patienten und Helfer nach Schottland zurück gebracht. Auch eine zweite Tour lies nicht lange auf sich warten. Nach mehreren Touren kam allerdings der Punkt, an dem sich das Fahrzeug seine Ruhe verdient hatte. So kam er nach seinen sehr auf das Material gehenden Touren nach Newmacher, wo der Bus bei einem privaten Sammler auf dem Gelände abgestellt wurde.
Das Foto des 381 im November 1986 zeigt den Bus im Präsentationseinsatz des West-Yorkshire Museums noch im Originallack und mit ASEAG-Emblemen auf den Britischen Inseln.
Foto: ASEAG-Plattform Dezember 1986, mit freundlicher Genehmigung der ASEAG . |
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Das Ende?
Der neue Besitzer betreibt eine umfangreiche Traktorensammlung und hat noch zwei weitere (englische) Busse auf dem Privatgelände. Der ehemalige KOM 381 steht derzeit als Abstellraum umfunktioniert mit mehreren losen Sitzbänken und halb abmontierten Reifen in der Ecke. Die Wagennummer und der Originalzielfilm ist sogar noch vorhanden. Nur die Front weißt nicht mehr die charakteristischen MAN Zierrahmen mit der Schrift MAN DIESEL auf. Einen sehr guten Eindruck kann man sich anhand der Fotos von Peter Findley, dem ich an dieser Stelle herzlich für die Fotos danken möchte, machen, die den Wagen im Oktober 2003 in Newmachar zeigen. Ob aus dem leider schon ziemlich durchgerosteten Wagen vielleicht noch was machen kann? euregiobus.de und das ASEAG-Archiv bleiben jedenfalls dran, falls sich irgendwelche Neuigkeiten und Fotos von dem Wagen zu berichten gibt. |
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In Dieser Zeile sieht man den ex ASEAG KOM 381 in seinem letzten Zusatnd im Oktober 2003 in Newmachar beim Besitzer Reid |
Quellen: Nigel Brewster |
ASEAG Plattform Dezember 1986/ Sommer 1997/ (mit freundlicher Genehmigung);
Frau Heckhoff |
Peter Findley (5 Bilder/weiterer Lebensweg); Otmar Basan (Bilder) | |
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